Mit Unzenblick entsteht eine Android-App für den eigenen Edelmetallbestand. Die Website ist bereits online: mit Rechner, Münzwissen, Stempelhelfer und Quiz. Ich zeige, was das Projekt kann und welche Entscheidungen hinter Bedienung, Bewertung und Datenspeicherung stehen.
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Unzenblick verbindet eine Android-App zur Verwaltung des eigenen Edelmetallbestands mit einer Website für Rechner, Münzwissen, Stempelhelfer und Quiz. Der Beitrag zeigt Funktionen, Wertberechnung und Datenspeicherung.
Ein paar Goldmünzen, ein Silberbarren, vielleicht ein Schmuckstück: Was einzeln noch überschaubar ist, wird mit jedem Kauf etwas unübersichtlicher. Welche Stücke sind vorhanden? Welcher Jahrgang gehört zu welcher Münze? Und wie viel reines Edelmetall steckt eigentlich in der Sammlung?
Für solche Fragen habe ich Unzenblick entwickelt. Das Projekt verbindet eine Android-App zur Verwaltung des eigenen Edelmetallbestands mit einer Website, auf der sich auch ohne App rechnen, nachlesen und ausprobieren lässt. Der Name beschreibt die Idee recht gut. Der Zusatz macht sie persönlicher: „Deine Schätze im Blick.“
Die Website von Unzenblick ist bereits online. Die Android-App bereite ich derzeit für die Veröffentlichung bei Google Play vor. Hier möchte ich zeigen, was sie kann, welche Entscheidungen während der Entwicklung gefallen sind und warum manche unscheinbare Funktion mehr Arbeit verdient als ein großer Effekt.
Vier Edelmetalle und ein klarer Überblick

Unzenblick erfasst Gold, Silber, Platin und Palladium. Zu einem Bestand können Münzen und Barren gehören, ebenso Schmuck oder andere Stücke, deren Gewicht und Feinheit bekannt sind. Die Startseite zeigt den geschätzten Edelmetallwert und darunter die Verteilung auf die einzelnen Metalle.
Das halbkreisförmige Diagramm beantwortet die Frage, welchen Anteil Gold, Silber, Platin und Palladium am berechneten Wert haben. Daneben stehen die enthaltenen Feinmetallmengen in Gramm beziehungsweise Kilogramm. Das ist ein Unterschied: Ein hoher Wertanteil bedeutet nicht automatisch ein hohes Gewicht. Gerade bei einer Mischung aus Gold und Silber wird das schnell deutlich.
Wer unterwegs einen Blick in die App wirft, möchte seine Zahlen vielleicht nicht für alle sichtbar auf dem Bildschirm haben. Über das Augensymbol lassen sich Bestandswerte und Verteilung ausblenden. Die App merkt sich diese Einstellung auch nach dem Schließen.
Eine Münze ist mehr als ihr Name
Eine der ersten praktischen Fragen war die Erfassung. Ein Suchfeld mit bekannten Münznamen allein reicht nicht aus. Ein Maple Leaf ist beispielsweise nicht automatisch eine Unze schwer. Beim Vreneli macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Ausgabe zu 10 oder zu 20 Franken gemeint ist. Und hinter dem Namen Sovereign stehen ebenfalls unterschiedliche Stückelungen.
Deshalb trennt Unzenblick die Auswahl der Münze von der Auswahl ihrer Ausführung. Zuerst wird die Münze gesucht, anschließend die passende Stückelung gewählt. Für Barren stehen Gewichtsvorschläge bereit. Fehlt eine Ausführung im Katalog, lässt sie sich mit den tatsächlichen Angaben zu Gewicht und Feinheit selbst erfassen. Ein Katalog soll Arbeit abnehmen, aber keine unpassende Vorgabe erzwingen.
Zu jedem Eintrag gehören die Stückzahl und auf Wunsch ein Münzjahrgang. Kaufpreis, Nebenkosten, Kaufdatum und Kaufort sind freiwillige Zusatzangaben. Sie helfen dabei, später nachzuvollziehen, wann und wo ein Stück gekauft wurde.
Ein gutes Beispiel für eine Verbesserung aus der praktischen Nutzung ist das Duplizieren: Bei mehreren 20-Mark-Münzen aus dem Kaiserreich sollen unterschiedliche Jahrgänge vielleicht getrennt im Bestand stehen. Dafür jedes Mal die komplette Eingabe zu wiederholen, wäre mühsam. Jetzt lässt sich ein vorhandener Eintrag kopieren, der Jahrgang ändern und die Kopie als eigenes Stück speichern. Das Original bleibt erhalten. Filter und Sortierung helfen anschließend, auch einen größeren Bestand zu überblicken.
Was der angezeigte Edelmetallwert tatsächlich bedeutet
Bei der Entwicklung war mir eine klare Bezeichnung besonders wichtig. Unzenblick zeigt einen geschätzten Edelmetallwert. Gemeint ist der rechnerische Wert des enthaltenen Gold-, Silber-, Platin- oder Palladiumanteils auf Grundlage des verfügbaren Metallkurses.
Ein 20-Franken-Vreneli macht den Unterschied anschaulich. Bei einem Bruttogewicht von rund 6,452 Gramm und einer Feinheit von 900 Tausendteilen ergeben sich rechnerisch etwa 5,807 Gramm Feingold:
6,452 g × 900 ÷ 1.000 = 5,8068 g Feingold.
Mit diesem Goldanteil wird gerechnet. Das übrige Legierungsmetall, etwa Kupfer, fließt nicht in die Schätzung ein. Auch Seltenheit, Erhaltungszustand, Händleraufschläge und ein möglicher Sammlerwert werden nicht bewertet. Der Preis, den ein Händler für die ganze Münze verlangt oder beim Ankauf bietet, kann deshalb deutlich davon abweichen.
Aus demselben Grund habe ich auf eine vermeintliche Gewinn- oder Verlustanzeige gegenüber dem Kaufpreis verzichtet. Ein Kaufpreis einschließlich Aufgeld und Nebenkosten lässt sich nicht sinnvoll als Anlageergebnis mit dem reinen Edelmetallwert vergleichen. Der Kaufpreis bleibt als Information am Objekt stehen. Die Berechnung beantwortet eine andere, engere Frage: Welchen Wert hat der enthaltene Edelmetallanteil?
Auch der Rechner folgt diesem Prinzip. Gewicht, Feinheit und Metall genügen für eine Schätzung. Echtheit und Zustand kann er nicht erkennen. Unzenblick liefert damit eine Orientierung, keine verbindlichen An- oder Verkaufspreise und keine Anlageberatung.
Kurse mit Quellenstand statt eines falschen Echtzeitversprechens
Die verwendeten Metallkurse stammen von GOLD.DE. In der App erscheinen sie je Feinunze und je Gramm. Unzenblick fragt die Kurse beim Öffnen und während der Nutzung regelmäßig ab; zusätzlich gibt es eine manuelle Aktualisierung.
Ein neuer Abruf muss allerdings keinen neueren Kurs liefern. Wenn die Quelle weiterhin denselben Stand bereitstellt, bleibt dessen Zeitangabe bestehen. Genau das sollte eine App verständlich zeigen. Ein drehender Aktualisierungsknopf allein sagt noch nichts über die Aktualität der Daten aus.
Ohne Internet bleiben der lokale Bestand und ein bereits gespeicherter Kursstand verfügbar. Für neue Kurse wird eine Verbindung benötigt. In der App lassen sich die Kurskarten zwischen Euro und US-Dollar umstellen; Bestand, Kaufangaben und Rechner verwenden derzeit Euro. Auf der Website gilt die Währungsauswahl auch für die Berechnungen.
Der Bestand bleibt auf dem eigenen Gerät
Für Unzenblick ist kein Benutzerkonto nötig. Die Bestandsdaten liegen verschlüsselt auf dem Android-Gerät. Sie werden nicht an den Kursanbieter übertragen, und es gibt keine automatische Cloud-Synchronisierung.
Das verlangt eine bewusste Sicherung. Dafür bietet die App zwei Wege:
- Eine passwortgeschützte Sicherung zum späteren Wiederherstellen des eigenen Bestands.
- CSV-Export und Import passender Unzenblick-CSV-Dateien, etwa für die Weiterverarbeitung in einer Tabellenkalkulation. CSV-Dateien sind unverschlüsselt und sollten entsprechend aufbewahrt werden.
Zum Kennenlernen lässt sich in den Einstellungen ein getrennter Beispielbestand öffnen. Damit werden Verteilung, Filter und Bearbeitung sofort greifbar. Die Beispiele können ausprobiert und zurückgesetzt werden, während der eigene Bestand erhalten bleibt. So muss niemand erst seine ganze Sammlung eingeben, um die Bedienung zu verstehen.
„Ohne Konto“ bedeutet übrigens nicht, dass die App überhaupt keine Verbindung ins Internet aufbaut. Beim Kursabruf entstehen technisch notwendige Verbindungsdaten beim Anbieter. Die Datenschutzhinweise zur App beschreiben diese Abläufe getrennt von der lokalen Speicherung des Bestands.
Eine Website, die auch ohne App etwas bringt
Die Website sollte mehr leisten als einige Bildschirmfotos und einen späteren Download-Link zu zeigen. Viele Menschen möchten zunächst eine einzelne Frage beantworten. Dafür brauchen sie keine Bestandsverwaltung auf dem Telefon.
Der Online-Edelmetallrechner ist deshalb direkt erreichbar. Er schätzt den Edelmetallwert von Gold, Silber, Platin oder Palladium anhand von Gewicht und Feinheit. Die Anzeige lässt sich zwischen Euro und US-Dollar wechseln. Für eine schnelle Rechnung ist keine Installation erforderlich.
Im Wissensbereich geht es um die vier Metalle, Feinheiten und bekannte Münzen. Was bedeutet 585er Gold? Wie unterscheiden sich Brutto- und Feingewicht? Warum ist eine Feinunze etwas anderes als eine gewöhnliche Unze? Solche Grundlagen machen auch die Zahlen in der App verständlicher.
Der Stempelhelfer ordnet typische Angaben wie 585, 925 oder Pt 950 ein. Er erklärt, wofür eine Kennzeichnung steht. Ein Stempel allein beweist allerdings keine Echtheit. Diese Grenze bleibt auch dort sichtbar.
Etwas zum Staunen gibt es bei den XXL-Münzen: große und ungewöhnliche Ausgaben, ihre Maße, Gewichte und die Einordnung ihres Edelmetallwerts. Dazu kommt ein Edelmetall-Quiz mit 30 Fragen im Fragenpool. Jede Runde umfasst sieben Fragen. Zu den Antworten gibt es Erklärungen, sodass auch eine falsche Antwort noch etwas bringt.
Gestaltung muss die Benutzung leichter machen
App und Website teilen sich Farben, Schriftwirkung und das kleine „u“ als Erkennungszeichen. Beide unterstützen einen hellen und einen dunklen Modus. Auf dem Smartphone müssen Zahlen und Bedienelemente auf wenig Platz funktionieren; auf einem Tablet darf die Oberfläche mehr Raum nutzen.
Viele Verbesserungen entstanden erst beim Test auf einem echten Gerät. Ein Text, der im Entwurf gut aussieht, kann auf dem Telefon ungünstig umbrechen. Eine Legende braucht vielleicht zwei klare Spalten. Und bei ähnlichen Silber-, Platin- und Palladiumfarben helfen feine Trennlinien mehr als eine kräftige Umrandung.
Solche Details wirken klein, entscheiden aber darüber, ob sich eine Oberfläche ruhig und verständlich anfühlt. Das gilt auch für einen gut sichtbaren aktiven Navigationspunkt, ein Datum im Format TT.MM.JJJJ oder das Augensymbol im Passwortfeld einer Sicherung.
Was technisch dahintersteckt
Die Android-App ist mit Kotlin und Jetpack Compose umgesetzt und für Smartphones und Tablets ab Android 8 vorgesehen. Die Website nutzt PHP, HTML, CSS und JavaScript. Ihre Inhalte bleiben damit als normale Webseiten erreichbar, während Rechner, Quiz und Anzeigeeinstellungen die nötigen interaktiven Funktionen ergänzen.
Bei der Umsetzung habe ich KI als Werkzeug eingesetzt: für Entwürfe, Programmierung, Recherche und die Überarbeitung von Inhalten. Anforderungen festzulegen, Vorschläge zu hinterfragen und Ergebnisse am tatsächlichen Verhalten zu prüfen, blieb dabei laufende Arbeit. Gerade die Unterscheidung zwischen Kaufpreis und Edelmetallwert zeigt, weshalb ein plausibel wirkendes Ergebnis fachlich trotzdem die falsche Aussage vermitteln kann.
Zur Prüfung gehören daher Berechnungen ebenso wie schmale Bildschirmbreiten, Tastaturbedienung, Hell- und Dunkelmodus sowie die Darstellung auf Android-Geräten. Bei einer PageSpeed-Insights-Messung am 25. Oktober 2026 erreichte die Startseite auf Mobilgerät und Desktop jeweils 100 Punkte in den Kategorien Leistung, Barrierefreiheit, Best Practices und SEO. Das ist eine Momentaufnahme eines automatisierten Tests, keine Garantie für Rankings oder ein Nachweis vollständiger Barrierefreiheit. Für die technische Grundlage ist es dennoch ein erfreuliches Ergebnis.
Die Website ist online, die App folgt
Unzenblick hat inzwischen eine klare Aufgabe: den eigenen Edelmetallbestand nachvollziehbar erfassen und seinen enthaltenen Edelmetallwert verständlich darstellen. Die Website ergänzt das um Rechner, Wissen und ein wenig Unterhaltung. Beides gehört zusammen, lässt sich aber auch getrennt nutzen.
Die Android-App ist noch nicht öffentlich bei Google Play verfügbar. Bis zur Freischaltung informiert die App-Seite über Funktionen und den Veröffentlichungsstand.
Wer das Projekt bereits kennenlernen möchte, kann jetzt auf www.unzenblick.app vorbeischauen, eine Berechnung ausprobieren oder eine Quizrunde spielen. Rückmeldungen zu unklaren Begriffen und umständlichen Abläufen sind dabei besonders hilfreich. Oft beginnt die nächste sinnvolle Verbesserung genau an so einer Stelle.
Quellen und weiterführende Informationen
Für aktuelle oder veränderliche Angaben habe ich unter anderem folgende Quellen herangezogen.
